11.12. Mon Cheri

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Zum Nikolaustag schenkte ich Evi, meiner Vermieterin, ein Plätzchenherz und ein Schokoladenbärchen mit einem roten Herzchen. Ich stellte die Kleinigkeiten auf ihren Platz am Esstisch und zündete dazu eine Kerze an. Ich wusste, dass sie abends und nachts öfter mal aufsteht und in der Küche sitzt und es war mir ein Bedürfnis, ihr eine kleine Freude zu machen.

Was mich dann wirklich am nächsten Morgen berührt hat, war folgendes Bild:

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Sie hatte rings um das Herz drei Mon Cheri gelegt. Mein Liebling. Als ob sie es zu sich selbst spräche…..

Wir beide hatten es anfangs nicht so leicht miteinander, ich konnte nicht so gut mit ihrer Barschheit umgehen. Doch mit jedem Tag wird es einfacher und leichter, finden wir auf dem Herzensweg zueinander.  Kann sehen und fühlen, dass auch sie ein weites Herz hat. War so als ob sie es vor sich selbst versteckt hat, wie so oft bei älteren Menschen. Ein langes anstrengendes Leben, Verlust von Mann und Gesundheit. Bitternis und Einsamkeit.

Mon Cheri, mein Liebling. Mich selbst lieben und Liebe sein. Liebe und Wertschätzung die von außen kommt, annehmen, sich berpühren lassen und das Herz öffnen für sich selbst. Da darf dann alles sein, jedes Gefühl darf dann einfach sein.

Letztens hatte ich mal so den Impuls, ich will mich nicht unglücklich verlieben….. und heute kam dann die Antwort: Ich will glücklich lieben! Und das kann überall geschehen und habe ich schon oft erlebt, ganz besonders in diesem Jahr.

Evi hat den Mut zu lieben, ihr Herz zu öffnen und zu weiten, das beeindruckt mich sehr! Und wir lieben weiter… mon cheri!

10.12. …. lacht soviel ihr könnt!

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Die letzten Tage war mir das Lachen irgendwie vergangen, Handy und Internet funktionieren nicht und ich schiebe leichte Panik….. bis ich irgendwann einen Lachanfall bekam und feststellte, dass es doch eigentlich nur peanuts sind. Dann bin ich halt mal ein paar Tage nicht erreichbar, na und? Hauptsache ich erreiche mich, erreiche meine Herz, erreiche meine Freude!

Entdecke beim Spazierengehen mit dem Hund an einer sehr belebten Straße folgendes Plakat:

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Stehe davor und schütte mich aus vor Lachen, ausgerechnet eine Krankenkasse wirbt mit der ansteckenden Infektion LACHEN – hahaha hihihi und YEAH!

Die Leute die an mir vorbeigehen, wundern sich über mich, der Hund auch! Und ich lade ein zum gesunden Miteinander. Unverständnis, Kopfschütteln. Ein zaghaftes Lächeln.

Dann fällt mir die Glückselige Mutter Ma aus Indien ein, letzte Woche erhielt ich einen Link zu ihr:  https://wiki.yoga-vidya.de/Anandamayi_Ma

„Wann immer ihr Gelegenheit habt, lacht soviel ihr könnt!“

Viele Menschen haben sich zu ihren Lebzeiten zu ihr begeben und sie hat gewirkt durch ihr Sein und ihre göttliche Freude – aus sich heraus. Hat den Menschen vermittelt, dass der Schlüssel zu Wohlbefinden, Gesundheit und Glück IN IHNEN liegt.

Gab ihnen den Rat so viel wie möglich zu lachen, wann immer sie Gelegenheit dazu haben!

Tja und ich bin es selbst, die entscheidet wann dazu Gelegenheit ist. Stelle mir vor, wie sich schwierige Situationen in Gelächter auflösen….

Stelle mir vor, wie sie vor dem G20-Gipfel eine Runde mitenander lachen, sehr gute Gelegenheit.

Ein gesundes wohlwollendes wertschätzendes Miteinander – einfach durch Lachen!

 

 

6.12. Weisheit und Träumerin

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Heute öffne ich eine Doppeltür für Sonja. Vor über 10 Jahren haben wir uns kennengelernt und ich durfte Sonja und ihre Familie einige Jahre begleiten. Inzwischen sind ihre Kinder groß und selbständig und wir sind Freundinnen geworden. Haben sehr viel miteinander erlebt bis hin zu einem Fernsehauftritt bei Günter Jauch, haben miteinander gelacht und geweint, sind durch viele alte Traumatisierungen hindurch gegangen. Nun hat Sonja beschlossen, dass ich über sie und ihr Leben ein Buch schreiben soll, weil sie mit ihrer Geschichte anderen Menschen mit Behinderung Mu und Zuversicht vermitteln möchte.

Sonja ist mit einer Ataxie geboren und wurde von klein auf als behindert eingeschätzt und entsprechend behandelt. Sie wurde mehr als Behinderte denn als Mensch gesehen, worunter sie bis heute leidet. Sie möchte doch einfach nur ein ganz normaler Mensch sein, leben, lieben und lachen.

Selten habe ich eine Menschin kennengelernt, die so positiv und zuversichtlich ist, sie lässt sich einfach nicht unterkriegen und schafft es immer wieder, ihre Wünsche umzusetzen. Da ist so viel Kraft und Weisheit und großes Träumen…..

Ihr Name scheint Programm zu sein: Sonja ist die russische Abkürzung für Sophia und steht für Weisheit und das Kürzel Son für Träumerin.

Sonja träumt von einem glücklichen Leben für sich und ihre Kinder und ihre tiefe Weisheit  und positive Lebenseinstellung überraschen immer wieder. Manchmal frage ich mich wo sie das her hat, diese Fähigkeit zu lieben und zu vergeben.

Von Herzen gerne schreibe ich deine Lebensgeschichte auf und nächstes gehen wir dann gemeinsam auf Lesereise!

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4.12. Barbaratag

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Heute ist der Tag der Barbarazweige. Schneiden von Kirschenzweigen, in die Vase stellen um an Weihnachten aufzublühen. Ein alter Brauch als Symbol für Leben und Zuversicht.

Ja – und das ist auch „meine“ Barbara – immer wieder Leben und Freude und Zuversicht. Mit acht Jahren kam sie zu uns in unsere Familienwohngruppe. Ein erstaunlich fröhliches Mädchen trotz allem, was sie bis dahin schon erlebt hatte. Durfte bei uns Kind sein, sie selbst sein. War ganz erstaunt, dass es bei uns um sie ging, dauerte ein Weilchen bis sie es glauben und annehmen konnte.

Lange ist das nun her und inzwischen ist sie eine junge Frau Anfang 30. Ist ihren Weg gegangen, alleine, begleitet von so allerhand Dramen. Wusste so manches Mal nicht wie es weitergehen soll. Hat sich einsam, verlassen und unverstanden gefühlt. Hat ihr eigenes Leben für andere hintan gestellt und ist doch immer wieder zu sich zurück gekehrt. Hat auf Umwegen Abitur gemacht und studiert, ganz ohne familiäre oder finanzielle Unterstützung. Hat gegen alle inneren und äußeren Widerstände ihre Bachelorarbeit geschrieben und ihr Studium richtig gut abgeschlossen. Wow – meine Hochachtung!

Und dabei ist sie Liebe pur, hat so ein weites großes Herz, ist mitfühlend und hellfühlig. Hat in sich eine so große Klarheit und Weisheit, dass ich mich manchmal frage wo das herkommt. Irgendwie von einem anderen Stern…….  Wenn sie morgens aufwacht dauert es auch ein Weilchen, bis sie wieder richtig hier angekommen ist.

Barbara weiß dass ich immer für sie da bin, wenn sie es möchte oder sie mich braucht. In diesem Sommer nun die Umkehrung, sie war für mich da. Hat nicht lang rumgeredet, sondern einfach gesagt: Komm her, du kannst bei mir sein bis du dich neu sortiert hast!

Wir hatten wunderbare Wochen miteinander, völlig entspannt. Jede hat ihr Ding gemacht und gleichzeitig haben wir uns am Gemeinsamen erfreut. Sei es beim morgendlichen Kaffee, abendlichen Kochen oder einem Ausflug.

Barbara leuchtet nicht nur von innen, sondern sie sieht in anderen deren Licht leuchten. Sieht in jedem Menschen das wahre Licht. Sie gibt immer weniger auf Konventionen, befreit sich von dem was „man oder frau“ tut. Das ist oftmals auch schmerzhaft für sie, weil sich dadurch auch Freundschaften auflösen und Menschen wieder aus ihrem Leben verschwinden.

Kehrt immer wieder zu sich zurück, bleibt sich treu, hat den Mut dazu. Und blüht immer mehr auf und schenkt sich und uns ihr wahres Sein. Ihre kindliche Freude und tiefe Gelassenheit. DANKE Dir du Liebe für dein Wachstum und dein weites Herz.

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3.12. Langau nahe Steingaden

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Im März war es, ein trüber grauer kalter Tag. Einige Wochen nach meiner tiefen Verzweiflung und Sinnkrise. Spazierte grade durch die Fußgängerzone in Murnau, bat das „Universum“ um Antwort. Hatte mich in einem Hotel für den Frühstücksservice vorgestellt und war unsicher, ob ich den Job annehmen soll. Der Wirt war kalt, das Hotel war kalt, die Atmosphäre war kalt. Und ich war doch auf der Suche zurück ins Leben und nach einem liebevollen herzenswarmen Umfeld.

Wenn ich mich schon nicht entscheiden konnte, dann eben mein Herz weit öffnen und auf Antwort des Universums lauschen. Ging so vor mich hin, kalt und grau und neblig war es.

Dann konnte ich von links einen Herrn wahrnehmen in Begleitung eines großen schwarzen Hundes. Innerlich fuhr ich die Krallen aus, lass mich bloß in Ruhe, warte doch auf Antwort des Universums!

Hatte aber keine Chance, Herr und Hund blieben vor mir stehen, versperrten mir den Weg! „Sabina, bist du es?“ Das wurde ja noch schöner, jetzt sprach mich der Herr auch noch an und kannte meinen Namen. Schaute ihn an und schaute und schaute……

Nein das gibt es nicht! Peter bist du es? Und schon lagen wir uns in den Armen, mitten in der Fußgängerzone im kalten grauen nebligen Murnau. Kein Mensch um uns herum, nur wir.

Peter immer wieder: Das gibt es jetzt nicht, habe dir heute morgen eine Karte geschrieben und jetzt stehst du hier vor mir!

Ich: Nein wirklich Universum, das gibt es jetzt nicht, du erlaubst dir einen Scherz mit mir, das kann doch wohl nicht die Antwort sein auf die ich warte!

Wir standen da und lachten, der Hund schaute etwas irritiert hin und her, und wir beide immer wieder, nein das gibt es nicht, also das gibt es wirklich nicht……

Lange hatten wir uns nicht gesehen, über 24 Jahre nicht. Hatten uns Mitte der 90iger aus den Augen verloren. Waren mal gut befreundet und vertraut. Niemals hätte ich gedacht dass wir uns je wieder begegnen würden…..

Naja, und aus dieser „schicksalsträchtigen“ Begegnung im nebligen grauen kalten Murnau ist unsere Freundschaft neu entstanden, langsam und behutsam. Gibt es viel zu erzählen aus zwei nebeneinander verlaufenden Leben und gleichzeitig brauchen wir gar nichts erzählen.

Peter leitet die Langau bei Steingaden, eine Erholungs-und Bildungseinrichtung für Familien mit behinderten Kindern. Eine Institution, ein Sehnsuchtsort seit den 50iger jahren, gegründet von Pfadfinderinnen. Die haben mit Inklusion einfach eingefangen, als noch niemand darüber gesprochen hat. Und Peter ist ganz in der Tradition der Gründerinnen, er ist einfach da, präsent, bedingungslos offen. Nimmt jeden Menschen so wie er oder sie ist, schenkt ihnen vorbehaltlos seine Aufmerksamkeit und Liebe. Selten habe ich einen Menschen kennengelernt, der so in der Liebe IST. Weil er selbst Liebe ist, er kann gar nicht anders. Hat in den letzten acht Jahren die Langau von Grund auf renoviert, baulich, inhaltlich, teambildend. Renovierung auf allen Ebenen.

Ist Visionär, Ästhet, Künstler, begnadeter Pädagoge und erfolgreicher Sozialunternehmer. Könnte sich nach den anstrengenden letzten Jahren eigentlich entspannt zurück lehnen und sich einfach nur freuen an allem was entstanden ist.

Doch es geht weiter, neue Ideen reifen heran, Inklusion will sich in alle Lebensbereiche ausdehnen. Neue Projekte entstehen wie INKFoto (hat schon einen Sozialpreis vom Sozialministerim erhalten), INKCafe mit einem Leuchtturmprojekt in Steingaden, INKSweets. Und er träumt von einem kleinen Hospiz für behinderte Menschen auf de Gelände der Langau.

Das ganze erste Adventswochenende haben wir damit verbracht, die Projekte weiter zu entwickeln und ich staune über die Dynamik die enstanden ist. Da hat etwas gutes begonnen, ein sehr großes Tor hat sich da geöffnet……

Niemals hätte ich vorstellen können, was unsere Begegnung im März in Gang setzen würde. Da ist einfach nur Freude und Freude über das, was sich auftut und möglich ist, wenn wir unserem Herzen folgen.

Da leuchten dann viele Lichter und Sterne auf und öffnen Türen und Herzen.

Danke Peter dass es dich gibt und du so bist wie du bist und dir selbst treu bist und deinem Herzen folgst.

http://www.langau.de

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2.12. so eben einfach nur mal freuen…..

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Bin etwas im Verzug mit meinen Türchen, das liegt daran, dass am Wochenende viel los war, sich jede Menge Türchen und riesige Tore geöffnet haben und ich einfach nicht zum Schreiben gekommen bin.

Sitze grad m Cafe, Blick über die Dächer der Stadt, in der Ferne leuchten schneebedeckte Alpenspitzen….. um mich herum lauter nette Menschen.

Öffne meine Mails und könnte schon wieder mal heulen…. vor Freude und Angerührtsein. Auf meinen Beitrag über die Freudebringerin erstaunlich viele Reaktionen, sonst ist es ja eher eine stille Freude.

Ehrlich gesagt hatte ich mit dem Beitrag so meine „helle Freude“ – es kamen jede Menge seltsame Gefühle in mir auf:

Kann doch nicht einfach so als erstes Türchen über mich schreiben, das ist egoistisch und selbstbezogen. Was sollen denn die Leut so von mir denken?

Oder auch: wer versteht mich denn schon in der Tiefe und kann ich mein Innerstes wirklich so offen darlegen?

Interessant, interessant…… und manche von euch kennen sicherlich auch die unterschiedlichsten Arten der „Selbstanklagen“.

Und dann also zwei Kommentare:

Bea schreibt:  „Wundervoll liebe Sabina! Ja das bist du – eine Freudebringerin. Danke für dein sein und dafür, dass du immer wieder neu mit dem Spiel beginnst – voller Aufmerksamkeit, Freude und Liebe. Danke für alles, was du in diesem Jahr – während deines Münchner Sommers und darüber hinaus – meinen Kindern und mir geschenkt hast. Fühl dich umarmt, Liebe geht hinaus an dich….“

Und Marina schreibt: „Liebe Sabina, ich freue mich mit an deiner Ausrichtung! Ich fühle in Dingen die ich lese, die Wahrheit oder auch nicht…. Hier in Deinen Worten steckt so viel und tiefe Wahrheit, Weisheit des Lebens…… Einfach DANKE! HerzLichte Grüße….

Ach ihr Lieben, DANKE Euch für eure Rückmeldungen. Das unterstützt und stärkt mich, weiter den Weg der Freude zu gehen und zu tanzen, voranzugehen, miteinander zu gehen. Das ist für mich Advent, alles hinter den Türen im Lichte der Freude zu betrachten und der Liebe hinzuhalten.

Und wenn ich dich und/oder euch auf deinem/eurem Freudeweg eine zeitlang als Reisebegleiterin unterstützen darf, dann melde dich einfach. Ich bin da – an deiner Seite!

micha-und-sabina

1. Dezember Freudebringerin

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Da gibt es ein weibliches Wesen, dessen allergrößte Freude es ist, Sinnlichkeit und Freude in sich zu spüren und diese in liebevoller Zugewandtheit hinaus in die Welt und zu den Menschen zu tragen. Nicht viel darüber reden oder nachdenken, einfach aus dem Innen heraus sein und strahlen.

Steht schon morgens in der Freude auf und freut sich einfach, kann gar nicht anders. Das ist auch keine Freude über etwas oder auf etwas bestimmtes, ist an keine Person oder ein Ereignis gebunden, die Freude ist einfach Freude. In ihrem tiefsten Inneren weiß sie, dass sie Freude IST. Und wenn es denn einen Lebenssinn gibt, dann wohl den, diese tiefe Freude in sich zu spüren, zu teilen und vermehren und in die Welt zu tragen. Einfach so, ohne Plan und Zielvorgaben.

Immer dann, wenn es ihr gelingt, ihre Ausrichtung, ihren Fokus auf die Freude in sich und ihr Sein zu konzentrieren, dann ist das Leben einfach und schön. Leicht und heiter. Überraschend und voller Geschenke. Und natürlich ist sie auch Menschin, vergisst diesen Fokus im Alltag oftmals, dann gibt es so allerlei Verwicklungen, kleine Dramen, vermeintliche Stockungen und Stauungen, seltsame Befindlichkeiten. Und so wie sie auftauchen, verschwinden sie auch wieder, wie von Zauberhand. Noch ein Wechsel zwischen Stau und Stauung.

Sie nimmt sich dann einfach liebevoll in den Arm, lacht über sich und ihre Zweifel. Und beginnt wieder von vorne mit dem Spiel. Atmen und Aufmerksamkeit nach innen, Fühlen der inneren Freude…….

Wenn sie Menschen besucht, begleitet, unterstützt, ob nun beruflich oder privat, immer wieder zurück in den Ursprung allen Seins, hin in die göttliche Freude. Das Fenster zur Freude öffnen, Licht und Liebe hereinlassen und sich miteinander freuen. Miteinander, übereinander, aneinander.

In jedem Antlitz die – oftmals versteckte und tief verborgene – Freude sehen in dem Wissen, dass sie da IST. Von der Spurensuche zur Freudefindung.

Ja, das bin ich und so bin ich und so will ich sein. Und dieses Jahr 2018 hat mich mehr als eingeladen und herausgefordert, auf diesem Weg weiter zu gehen und zu wachsen. Sitze an diesem 1. Dezember in der Langau und staune und freue mich so vor mich hin. Wirklich erstaunlich wo mich die Freude hinbringt und wo ich sie hinbringen darf, niemals hätte ich mir das vor einem Jahr vorstellen können.

Freudebringerin – ach wie schön.

O du fröhliche!

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Heute Nacht etwas unruhig geschlafen, irgendwie so ein Gefühl von „jetzt weiß ich wirklich nicht mehr weiter“. Mein ach so wundersamer „Münchner Sommer“ mit all seinen Wendungen und unvorhersehbaren Geschehnissen ist in den Herbst und Winter über gegangen, schleichend, lautlos. Und nun?.

Eigentlich weiß ich doch was ich will und erlebe es sogar in Teilchen schon, eine Freundin hat mich gestern darauf hingewiesen, war mir SO gar nicht aufgefallen.

Und dann heute Nacht der Impuls mit einer neuen Idee zum diesjährigen Joycalendar. Ich öffne jeden Tag die Tür zu einem Menschen mit dem ich in Freude und Freundschaft verbunden bin. Es gibt so viele tolle Menschen die mein und unser aller Leben bereichern und über sie werde ich in den nächsten 24 Tagen schreiben. Was für ein Impuls mitten in der Nacht!

Dann heute Vormittag mit meinem Wilhelm (mein Autochen) hierher in die Langau gefahren, drei Tage Präsenz und Engagement für das neu entstehende INKCafé in Steingaden. Erhalte am Empfang von einer freundlichen Dame den Zimmerschlüssel, n komme herein und heule vor Freude. So ein schönes Zimmer, so viel Liebe in den Mauern und der Gestaltung, einfach nur schön. Und dann dieser Ausblick hinaus in die Natur und hinüber zu den Allgäuer Alpen.

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Aufatmen, tiefes Aufatmen, Herzöffnung. Was für ein unverhofftes Geschenk, wieder mal. Die Türen stehen offen für das Neue, und jeden Tag werde ich ein Türchen öffnen, in mir und zu den liebevollen Menschen in meinem Umfeld. Irgendwie fügt es sich neu zusammen in der Herberge der Freude. Im wahrsten Sinne o du fröhliche.

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Please hold the line…..

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Letzten Samstag, viel Regen und Schneeregen. War mit Yannick und Lumpi verabredet. Also Yannick ist ein befreundeter Jugendlicher und Lumpi der Hund von Evi, meiner Vermieterin.

Mit Lumpi ziehe ich seit zwei Monaten täglich um die Häuser und Yannick treffe ich ab und zu. Wir mögen uns alle drei und so verbrachten wir einen ganzen Tag miteinander. Raus aus der Stadt, auslüften. Egal wie das Wetter ist, wir wissen ja, es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung, hihihi……

Zum Starnberger See hat es uns gezogen, da kann Lumpi frei laufen was er einfach liebt. Der ganze Hund ist dann einfach nur Freude, er läuft und springt und die Öhrchen fliegen.

Lumpi folgt mir aufs Wort, ganz ohne Leckerli, also ohne Belohnung und Bestechung. Ich möchte einfach, dass er frei laufen kann und hört. Auf Beziehungsebene. Funktioniert ganz einfach auch wenn ich wenig Ahnung von Hunden habe.

Yannick liebt Hunde und so gerne hätte er auch einen. Und zu gerne wollte er, dass Lumpi auch auf ihn hört. Also haben wir ein Experiment gestartet: Ich habe Yannick erklärt und gezeigt wie ich es mache. Dann sind wir unterschiedliche Wege gegangen, Yannick und Lumpi mehr am Ufe, ich etwas höher den Weg entlang.

Lumpi folgte Yannick, dann lief er wieder zu mir, dann hat Yannick wieder gerufen, war enttäuscht, weil Lumpi immer wieder zu mir gerannt ist. Und dann habe ich es selbst erst so richtig verstanden was ich bisher eher intuitiv gemacht habe.

Es geht darum, ganz wach und achtsam zu sein, sich auf den freilaufenden Hund zu fokussieren und eventuelle Gefahren durch Radlfahrer oder Autos rechtzeitig zu bemerken. Immer wieder den Hund mit Namen rufen, also Kontaktaufnahme, Beziehung. Dann den Hund loben und streicheln, also positive Wertschätzung und Körperkontakt. Dann saust er wieder los, ihn wieder rufen, loben, streicheln. Yannick hat das eine ganze Zeit geübt und er war so stolz, als es klappte. Zwischendurch kam der Hund oder vielmehr das Hündchen wieder zu mir gedüst. Dasselbe Spiel, Beziehung, Loben, Streicheln. Dann hat Yannick ihn wieder gerufen usw. Den ganzen Rückweg haben wir uns damit beschäftigt. Die zwei Herren waren glücklich mit diesem Spiel und ich habe mit einem Mal mit diesem Bild, diesem Beobachten, etwas wesentliches verstanden.

So ist es auch mit unserem Inneren, mit unserem Herzen, unserer Liebe und Freude und Begeisterung.

Ich richte mich immer und immer wieder nach innen aus, halte den Fokus. Rufe mein Inneres, sage „Hallo ich weiß dass du da bist“, baue also eine Beziehung auf. Wir gehen eine Weile miteinander, ich drücke meine Wertschätzung aus „Schön dass du da bist“ und lege meine Hand aufs Herz, also Körperkontakt.

So wie ich es mit dem Hund ganz automatisch und intuitiv mache, so kann ich es auch mit meinem Inneren halten, ich halte die unsichtbare Leine aufrecht über Beziehung, Wertschätzung und Körperkontakt.

Beim Hund bin ich die ganze Zeit präsent und achtsam. Will ja nicht dass ihm etwas passiert.

Und verstehe dass es mit meinem Inneren genauso ist:

Es ist meine Aufgabe und Verantwortung zu führen!! Mein Inneres zu führen!

Will ja dass es mir und uns gut geht, wir die Freude halten – auch wenn es mal „gefährliche“ Situationen gibt. Halte die unsichtbare Verbindung und freue mich dass es uns gibt.

Dies ist ein Bild für eine bewusstes permanentes Üben im Alltag und ich bin so was von froh und dankbar, dass wir diesen nassen Ausflug gemacht haben und ich diese wichtige Erkenntnis sehen und erleben durfte.

Pleas hold the line!

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Mitten im nebligen November… Mohnblumen

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Grau war es gestern, grau, feucht, kalt, neblig. Eigentlich ein Tag für Sofa und Tee. Habe mich dann doch aufgemacht zum Mohnblumenfeld auf dem Königsplatz. Bin schon vorgestern im Dunkeln über den Platz gefahren und sah rechts und links nur einen roten Schimmer, das wollte ich mir denn doch auch bei Tag anschauen.

Der Königsplatz in München, griechische Säulen und Museen mit antiker Kunst. Aufmarschplatz im sog. Dritten Reich. Rumpelnder Verkehr auf dem nassen Kopfsteinpflaster. Viel Gas geben und runter bremsen. Hektisch, aggressiv.

Und auf dem Rasen rechts und links der Straße – tanzende Mohnblumen. Eine Kunstinstallation vom Aktionskünstler Walter Kuhn zum Gedenken an das Ende des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren.

Mich berühren die Mohnblumen aus Seide. Sind ganz offen, aufgeblüht und zeigen im Innersten ihre dunkle Seite. Schatten der Vergangenheit, Angst, Dunkelheit. Auf diesem geschichtsträchtigen Platz öffnen sich die Herzen vieler Menschen, ich kann das beobachten. Never again – nie wieder Krieg. So ein großer Wunsch nach Frieden, so eine Sehnsucht nach einem neuen Wir. Und gleichzeitig wissend, dass es in jeder und jedem von uns auch diese dunkle Seite mit all ihren Gefühlen gibt. Dunkelheit bis hin zur Depression.

Die Mohnblumen bewegen sich leicht und tänzelnd im Wind, Kinder tanzen um sie herum, spielerisch und juchzend. Ich merke, dass es jetzt hier an dieser Stelle eine Entscheidung von mir braucht. Gebe ich mich den Schrecken hin oder entscheide ich mich bewusst für die Freude. Selten war mir das so klar wie in diesem Moment.

UND jeder Moment verlangt uns eine bewusste Entscheidung ab, jeder Gedanke, jedes Gefühl. Führe ich mit Gedanken, Worten und Werken Krieg gegen mich selbst und andere ODER bemerke ich diesen Vorgang UND entscheide mich für das, was ich wirklich will?

Mir ist es dann nach einem Capu und so begebe ich mich ins Cafe Ella im nahen Lenbachhaus. Rappelvoll, italienische Musik. Nebenan die Bilder von Gabriele Münter und Wassily Kandinsky. Die Kunst des Blauen Reiters, die ganz neue Wege des Sehens und Verstehens aufzeigte. Verfemt und verfolgt. Heute ein Publikumsrenner. Sitze in dem Gewühle und nehme einfach wahr, wie sich an diesem einen Punkt im Herzen der Stadt alle Energien treffen, vermischen, durchdringen. Und so wie es im Außen wurrlt so ist es oftmals auch in mir. Bis ich es bemerke und wieder Ruhe und Freude in das Durcheinander bringe.

Vertreibe mir die Zeit bis zum abendlichen Konzert mit Lesen. „Wer wir sein könnten“ von Robert Habeck. Darum geht es wohl. Wenn so viele wissen, was sie nicht wollen, never again, dann ist es doch jetzt an der Zeit, am besten gemeinsam darüber nachzudenken wer wir sein könnten. Als einzelnes Wesen und als Gemeinschaft. Was WIR wollen.

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Später in der Himmelfahrtskirche gibt es schon eine Antwort. Eine evangelische Kirche mitten in Sendling, hell und licht und kreisförmiger Bestuhlung. Nirgends hängt ein toter Jesus herum, ich bin beeindruckt. Im Ostchor die Orgel, Ausrichtung auf Musik und Zimbelstern, hell klingende Freude. Oh wie schön!

Und dann eine wunderbare Aufführung der Friedensmesse von Karl Jenkins. Im Kreis sitzen und sich von einer Idee, Vision des Friedens berühren, anklingen lassen.

Hätte am Morgen wirklich nicht gedacht, dass so ein grauer nebliger Novembersonntag so schön und heiter und erhellend sein kann.

Licht im Dunkel.

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