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Vor ungefähr 40 Jahren – ich wohnte noch bei meinen Eltern -bekam ich zu meinem Geburtstag Besuch von Tommy und seinen Eltern. Tommy war damals fünf Jahre alt und ich war seine Babysitterin.  Wir beide mochten uns sehr und hatten so manchen Spaß miteinander. An besagtem Geburtstaghatten wir es auch lustig, Tommys Eltern und meine Eltern verstanden sich auch gut und hatten sich so manches zu erzählen. Meine Mutter – eine Meisterin in Gastreundschaft und Bewirtung – tischte eine kleine Abendbrotzeit und zum Nachtisch Eis auf. Für Tommy gab es eine extra große Portion und dann sogar noch eine zweite. Nach einem vergüglichen Abend verabschiedeten sich die Gäste, da Tommy ja beizeiten ins Bett musste. Meine Eltern und ich standen auf dem Balkon im 2. Stock und winkten zu den dreien hinunter. Bevor Tommy ins Auto einstieg, drehte er sich noch einmal zu uns hinauf und rief voller Begeisterung mit seiner lautesten Stimme: „Ade du schönes Freudenhaus!!“ Er hatte soviel Freude und Spaß bei uns erlebt und das wollte einfach aus ihm heraus! Doch ehe er sich versah, bekam er schon eine Ohrfeige von seiner Mutter und unter Geheule fuhren die drei davon……

Kindliche direkte Freude – bestraft mit einer Ohrfeige. Er ahnte ja nichts davon, dass das Wort Freudenhaus auch anders gedeutet und besetzt ist. Für ihn war es einfach ein unmittelbarer Ausdruck seines Erlebens und Fühlens.

Und bei uns – wie ist die Freude besetzt? Erlauben wir uns, uns direkt und unmittelbar, ohne Hemmnisse und einengenden Gedanken zu freuen? Da gibt es doch so viel jeden Tag, was Anlass zu purer Freude gibt. Ich wünsche dir und euch glückliche Momente der Freude, damit auch ihr am Abend sagen könnt: Ade du schöner Tag der Freude und ich freue mich auf morgen, wenn wir wieder zuammen unterwegs sind!