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Montag  Vormittag bei Karstadt in München – im Untergeschoss vor den Schokoladen. Ich habe noch einiges vor dem nächsten Termin zu besorgen und eile durch die Reihen. Da fällt mir eine Frau auf, die da steht und offenbar auf jemand wartet. Sie ist so schön. Ungefähr 1,60 m groß, Anfang 60, schulterlange grau-weiße Haare mit Kämmchen zurückgesteckt. Chice rote Brille, dezenter Lippenstift. Ihr Anorak hat ein schönes pink, der Kragen ist an der Innenseite orange. Bunt, interessant, mutig, geschmackvoll und von innen heraus schön. Wir blicken uns kurz an und ich gehe weiter. Doch in meine Beine „haut es die Bremse rein“, ich muss einfach nochmal zurück gehen. Ich bleibe vor ihr stehen und sage ihr einfach, wie schön sie ist! Daraufhin schießen ihr die Tränen in die Augen und sie fällt mir um den Hals, lacht und weint gleichzeitig und sagt immer wieder: Das hat mir noch nie jemand gesagt! Und Ihnen glaub ich es, weil sie eine Frau sind und nichts von mir wollen!“ Ihre Reaktion berührt mich auch – da stehen wir, mitten im Hauptgang bei Karstadt – glitzernde Tränen in den Augen, ein Lachen und Lächeln und Erkennen. Was sind wir doch alle für wunderbare Wesen und Geschöpfe! Und wissen und glauben es oft nicht. Und wie einfach ist es, uns dies gegenseitig zu sagen, ob wir uns nun kennen oder nicht. Mich erfüllt diese Begegnung den ganzen Tag und ich bin ganz stolz auf meinen Mut, zurück gegangen zu sein. Meinem inneren Impuls und meinem Herzen gefolgt zu sein. Und schon ist die Welt eine andere.