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In diesem Jahr feierte ich Silvester in Salzburg – dadurch musste ich auf meine geliebte Neujahrsgewohnheit „verzichten“, die da heißt: Ausschlafen, schön duschen, um es mir dann mit Rosesekt und Lachs vor dem Fernseher gemütlich zu machen und voller Freude die Übertragung des Neujahrskonzertes aus Wien zu genießen. Das war dieses Jahr nun nicht möglich – dachte ich! Denn zu meiner Überraschung entdeckte ich, dass es auch in Salzburg im Großen Festspielhaus Neujahrskonzerte gibt.

Ich musste mich spontan entscheiden, denn das Konzert war ausverkauft, eine Karte gab es noch, diese konnte ich am Neujahrsmorgen um 10.00 Uhr in der Stadtinfo abholen. Pünktlich war ich da und tatsächlich – zwei sehr nette Salzburgerinnen öffneten mit einem fröhlichen Neujahrsgruß. Also Karte hatte ich, nun war noch Zeit bis zum Konzert, das langte doch noch für einen Verlängerten im Cafe Tomaselli. Am Tag vorher war es dort überfüllt und sehr laut von Touris aus aller Welt. Doch an diesem Morgen – o Wunder – viel Platz, leise plätschernde Gespräche von Einheimischen und überaus freundliche Bedienungen, alle in aufgeräumter Neujahrsstimmung. Herzensfreude pur.

Und dann also im strömenden Regen zum Festspielhaus: auch hier wache aufgeweckte Menschen in Vorfreude auf das Konzert. Hinein in diesen wunderbaren breiten Musikraum, warten auf das Orchester aus Zagreb, den östereichischen Dirigenten und eine Geigerin in einem unglaublich schönen roten Kleid. Als sie sich zum Dirigenten umdrehte, ging ein Raunen durch den riesigen Raum: ihre langen schwarzen Haare gingen über ihren Po!

Und dann diese Musik – ein Violinkonzert von Bruch und diverse Wiener Walzer. Gespielt mit so viel Leichtigkeit und Innerlichkeit, die mein Herz berührte. Und zum Schluss natürlich der obligatorische Radetzkymarsch mit Klatschbeteiligung des Publikums. Ja – es war kitschig und wunderschön.

Was für ein Start ins Neue Jahr, spontan, dem inneren Impuls folgend, einen Herzenswunsch erfüllend. So kann es weitergehen und ich möchte alle ermutigen, jede unverhoffte Gelegenheit die sich bietet, zu nutzen. In diesem Sinne – ein freudvolles und bereicherndes Jahr 2016.