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Gerade habe ich einen Glückwunsch erhalten. Von wordpress zum zweiten Jahrestag meines Blogs. Das passt wunderbar, denn seit einigen Tagen schon will ich etwas schreiben über Annette von Droste-Hülshoff, deren Schreibhäuschen ich vor ziemlich genau einem Jahr in Meersburg am Bodensee besucht habe.

Mich hat dieser Besuch sehr berührt, die Lebens- und Leidensgeschichte von Annette von Droste-Hülshoff. Sie die immer nur schreiben wollte und so sehr an sich gezweifelt hat. Sie die so gerne frei sein wollte und an den Konventionen ihrer Zeit schier zerbrochen ist. Sie die all ihre Gefühle in ihre Gedichte und Geschichten gelegt hat und sich selbst das Fühlen nahezu verboten hat.

Und dann entdeckte sie dieses Häuschen inmitten eines Weinberges oberhalb von Meersburg, ohne Heizung und fließendes Wasser. Fühlt sich hier frei, kann atmen, ist beschwerdefrei. Will hier leben und schreiben, will endlich frei und glücklich sein. Erwirbt Haus und Weinberg, schafft dies Wunderwerk gegen den Widerstand der einheimischen Weinbauern. Richtet sich ein, schaut übers Land, spielt Musik, führt tiefe Gespräche und schreibt.

Es lohnt sich so sehr, sich durch ihr Haus führen zu lassen, sich einzulassen auf ihr Leben und ihre Zeit und anschließend ihre Räume in der Meersburg zu besuchen, wo sie auch gegangen ist. Welch ein Unterschied – diese dunkle mittelalterliche Burg und ihr helles lichtes weibliches Haus.

http://www.fuerstenhaeusle.de/start/

Ich fühlte mich sehr beglückt und beschenkt nach diesem Besuch, war dankbar dass sie mich an ihrem Leben hat teilhaben lassen. Fühlte mich ermutigt in meinem eigenen Schreiben – einfach dran bleiben, bei dem Eigenen bleiben, der eigenen Wahrheit bleiben.

Ja, zwei Jahre schreibe ich nun schon mit großer Freude und Begeisterung über die Freude, frage mich manchmal, was ich bin – Bloggerin, Schreiberin. Dichterin….?

Doch vielleicht ist es auch gar nicht wichtig, braucht es keine Benennung, die womöglich eine Einengung, Einschränkung wäre. Wenn der Begriff nicht schon anders belegt wäre, würde ich meinen, ich wäre eine Freudianerin!

Wie auch immer – es ist eine so große Freude zu schreiben, mich dieser unendlichen und unbändigen Freude immer wieder neu zu nähern, in sie einzutauchen, sie durch meine Worte lebendig werden zu lassen.

In diesem Sinne grüßt herzlich

Sabina Freude

https://www.facebook.com/sabina.freude