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…so schreibt es die Künstlerin Gabriele Münter in einem Brief. Mit dem Zug aus München kommend – den Blick über Obermarkt und Untermarkt mit den bunten Häusern bis hin zu den Bergen, die sich majestätisch erheben.

Mit ihren Künstlerfreundinnen und Freunden hat sie sich hier im Sommer getroffen, zum Malen, Austauschen und um die Welt durch Kunst und Malerei zu verändern, zu wandeln.

Hat dieses schöne Haus gekauft, um hier den Sommer mit Kandinsky zu verbringen, mit ihrer großen Liebe. Haben in diesem Haus gelebt und gemalt, im Garten gewerkelt, Freunde bewirtet, den Blauen Reiter gegründet.

Eine tragische und letztendlich unerfüllte Liebe, und doch ist sie ihrer Liebe zu Kandinsky treu geblieben. Hat seine Bilder – entwertet als entartete Kunst – im Keller des Hauses in Murnau versteckt. Hat sie nicht verkauft, obwohl sie selbst einfach und fast schon in Armut lebte. Hat ihrem Wassili und Murnau die Treue gehalten, ist sogar auf dem Friedhof in Murnau begraben.

Und das alles, obwohl sie und ihr Haus von den Einheimischen schief angesehen wurden, ihr Haus als sog. „Russenhaus“ verschrien und missachtet war.

Sie ist standhaft geblieben, hat die Bilder und das Haus dem Lenbachhaus in München vermacht, denen „aus der Stadt“.

Und heute lieben alle dieses Haus, heute heißt es nach ihr „Münter-Haus“. Es wird gehegt und gepflegt, nach jeder Renovierung ist es in den Farben kraftvoller. Der Tourismus in  Murnau und die ganze Region leben von ihr und dem „Blauen Land“. Und dann  wünschte ich mir so manches Mal, dass ihr diese Wertschätzung schon zu Lebzeiten entgegen gebracht worden wäre. Das sie als Frau geachtet worden wäre.

Gerne gehe ich an ihrem Haus vorbei, freue mich darüber, dass es nicht abgerissen wurde, dass sich die vermeintliche Schande des unverheirateten Zusammenlebens gewandelt hat in einen Ort der Schönheit, Erinnerung und Wertschätzung. Freue mich über die Touristen die in ihrem Haus verweilen und die Ruhe genießen.

Und stelle fest, dass auch heute vielen und mir Murnau sehr gefällt. So wie es heute ist, offen und einladend, das Neue und vermeintlich Fremde willkommend.

http://www.muenter-stiftung.de/de/das-munter-haus-2/

http://www.murnau.de/de/muenter-haus.html

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