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Heute hatte Wilhelm (mein fahrbares Gefährt) einen Termin in der Werkstatt und TÜV: Was macht man oder frau in der Wartezeit? Unsere kleine und liebenswürdige Dorfwerkstatt liegt nahe am Bahnhof, also morgens Wilhelm abgeben und mit dem Zug nach München fahren, eine Freundin treffen, die gerade Urlaub hat und es genießt, am helllichten Vormittag mit mir im Cafe zu sitzen und über die Freuden der Veränderungen, des Mutes und der Sicherheiten zu philosophieren.

Den ganzen Tag begleitet mich das Unternehmerische: Erst der Chef der Werkstatt, der sich vor Jahren selbständig gemacht hat und heute ausbildet und Arbeitsplätze schafft. Und dabei freundlich und freudig ist.

Dann treffe ich am Bahnsteig einen erfolgreichen Unternehmer aus dem Dorf. Er strahlt mich an, seine Augen glänzen, er erzählt mir von der optimalen Lösung für seine Unternehmens-Übergabe und dass er in zwei Jahren ganz viel mit seiner Frau reisen möchte. Und dass sie jetzt schon mal üben und in den Osterferien nach Mauritius fliegen. Es ist so schön zu erleben, wie er mit sich und seinem Leben im Reinen ist und einfach von innen heraus strahlt.

Dann im Zug die überaus freundliche Zugbegleiterin. Kommunikativ, lächelnd, geduldig Fragen beantwortend, beruhigend. Irgendwie ist sie Unternehmerin auf Zeit, fühlt sich für das Wohlergehen ihrer Gäste auf dem Weg von Garmisch nach München verantwortlich, weit über das übliche Maß hinaus.

Und dann treffe ich besagte Freundin im Cafe Bla in der Lilienstraße, nahe dem Deutschen Museum und doch ab vom Schuss. Eine junge Frau, keine 30, hat jahrelang als Bauingenieurin gearbeitet und dann gemerkt, dass sie eigentlich etwas ganz anderes machen möchte. Jetzt also Cafe Bla, in der Verbindung zu ihren isländischen Wurzeln. Ein blaues Cafe in einem blauen Haus. Angenehme Musik, eigene Kaffeekreationen, selbstgemachte Kuchen und herzhafte Waffeln. Viele Menschen kommen und gehen, doch die beiden Damen bleiben ruhig und entspannt. Wissen was sie tun. Haben die Kundschaft voll im Blick und sind überzeugt von ihren Produkten. In einer Pause erzählt mir die Inhaberin, dass sie sehr viel dafür tut, damit ihre Mitarbeiterinnen immer den gleich guten Standard halten, bei den Produkten und beim Service. „Nachlassende Qualität geht gar nicht!“ – so ihre Aussage. Seit drei Monaten macht sie ihr Cafe und sie tut es gelassen, entspannt, mit Hingabe und stiller Freude. Wirkt glücklich.

http://cafebla.de/

Und meine Freundin? Ist auch eine, die dabei ist, dass für sie passende zu finden. Arbeitet in ihrem Unternehmen seit langem sehr selbständig, zuverlässig und unternehmerisch, eigenverantwortlich. Wir stellen fest, dass Unternehmen mit klassischer Führungskultur oftmals Schwierigkeiten haben mit Mitarbeiterinnen, die sich engagieren, voll auf die Kunden orientiert sind, Spaß an der Arbeit haben und etwas bewegen wollen. Bedeutet ein hohes Mass an „Unternehmerischem Potential“ immer die berufliche Selbständigkeit oder gibt es vielleicht doch auch Unternehmen, die glücklich wären mit solch einer Mitarbeiterin? Eine Frage die viele bewegt und ich bin echt gespannt wie der Weg der Freudin weitergeht, wo landet sie mit all ihrer Freude und Kreativität. Meine Devise: Hauptsache glücklich!

Dann klingelt mein Handy – Wilhelm wartet auf mich und möchte abgeholt werden! Sitze mit einem breiten Grinsen im Zug, was für ein toller Tag, ganz unverhofft tolle Begegnungen, so viel Lebensfreude und Klarheit. Von der ich natürlich weiß, dass sie bei vielen Menschen das Ergebnis eines nicht immer eines einfachen Lebens ist. Sie haben sich frei gefahren und machen ihr Ding. Und stecken mit ihrer Freude andere an!

Und das Freuen geht weiter. Morgen treffe ich Sabine Malbrich in Garmisch, werde sie für mein Buchprojekt interviewen. Innerhalb eines Jahres hat sie das Trauerhaus aus dem Nichts erschaffen und das mit ganz viel Zuversicht, Freude und Liebenswürdigkeit. Wieder mal Freude pur!