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Oesterliche-Vorfreude

Heute Morgen im Blumenladen in Murnau: ich möchte Ranunkeln – möglichst bunt. Kleine Enttäuschung – die bunten gibt es erst am Samstag…… Die Verkäuferin fragt für was ich sie denn brauche und ich erzähle ihr von meinem Vorhaben des gemeinschaftlichen Osternfeierns in der Freude. Sie schaut mich elektrisiert an und will wissen, was ich mir da überlegt habe, mit wenigen Worten erzähle ich davon und während des Erzählens merke ich schon wie ich Gänsehaut bekommen und die Schauer den Rücken rauf und runter laufen. Ihr geht es genauso, sie reibt sich ihre Arme und die Augen schimmern feucht. Ein magischer Moment mitten in all der Schönheit der Blumen und geschäftigem Treiben um uns herum. Offenbar ist es etwas besonderes, auf diese Art miteinander Ostern zu feiern.

Und dann fällt mir auf dem Heimweg im Auto wieder ein, wie ich den Abend des Gründonnerstag in meinem Dorf in Griechenland erlebt habe. Man trifft sich in der Abenddämmerung an der Kirche, zündet Kerzen an und dann kommt der Pope mit einer wichtigen Ikone heraus und es beginnt ein gemeinschaftlicher Zug durchs Dorf. Allen voran der Pope und die Ikone, dahinter die Sänger und Dorfbewohner. Jedes Haus im Dorf wird angepeilt und gesegnet, dabei erklingen ununterbrochen liturgische orthodoxe Gesänge und der Duft von Weihrauch verbindet sich mit dem Duft von Ginster, Jasmin und anderen gerade blühenden Gewächsen.

Ich habe diesen Abend vor Karfreitag immer als magisch erlebt, sinnlich, berührend. Segen für jedes Haus und seine Bewohner. Jede und jeder im Dorf wurde gesehen, egal wie man sonst miteinander klar kam.

Es lag so viel Wertschätzung darin, Liebe, Gemeinschaft, geheimnisvolle Ruhe.

Mit diesem Bild gehe ich nun in den heutigen Abend, freue mich auf das offene Kommen und Gehen und das Zusammensein in österlicher Gemeinschaft.

Auf ein ganz bewusst gefeiertes Ostern in der Freude mit lieben Menschen.