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Gärtchen

Stufen

von Hermann Hesse

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.

Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf’ um Stufe heben, weiten.

Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegensenden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden…
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

Dieses Gedicht begleitet mich schon seit so vielen Jahren – ganz besonders in Zeiten von Übergang und Neubeginn.

Heute ist so ein Tag, an dem ich meinen geliebten Balkon, mein Gärtchen, für eine Weile verlasse und mich aufmache hinaus in die Welt, an neue Orte und Plätze. Einfach losfahren und Reisen, mich von meinem inneren Navi führen lassen.

Bin aufgeregt und etwas unsicher UND voller Freude. Am meisten freue ich mich darüber, dass ich es tue und mich traue. Mich ganz dem Leben und dem Augenblick öffne so wie die kleinen Glockenblumen.

Reisen und Schreiben.

Von der Bloggerin zur Schreiberin.

Einfach anfangen und sich in das Neue hinein entwickeln.

Bon voyage.

Glöckchen