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Stillsein

Kühl draußen, Regenschauer, keine samstäglichen Gartenaktivitäten der Nachbarn.

Still ist es.

Bin in meinem Fotoarchiv gerade auf dieses Bild aufmerksam geworden, habe es voriges Jahr in Österreich aufgenommen, auf dem Friedensweg des Liedes „Stille Nacht“. Da lag dieser Stein – beschriftet auf einem Mäuerchen.

Stillsein ein gewaltig Werk?

Das gewaltigste, stärkste ist wohl, einfach still zu sein. Nichts tun. Mich in die Stille einkuscheln, hinein ruckeln. Zuhause in ihr sein. Und siehe da, dann geschehen viele Dinge von ganz allein oder sind nicht mehr wichtig.

Früher konnte ich nie still sein, immer in Aktion, viele Termine, super gut organisiert. Eben mal die Welt retten, und wenn schon nicht die ganze, na dann wenigstens einen Teil der Menschheit retten. Da war auch sehr vieles sehr schön und gut.

Doch irgendwann konnte ich nicht mehr und wollte nicht mehr so leben.

War zehn Tage in Gries zum Schweigen. Eine krasse Erfahrung und sehr gewaltig und tiefgehend. Man muss schon ziemlich stark sein, um sich selbst zehn Tage in der Stille auszuhalten.

Seitdem ruft die Stille lauter. Na das geht ja gar nicht dass die Stille laut ruft!

In mir ist der Wunsch nach Stille immer stärker. Nicht als Rückzug von der Welt, sondern einfach als Oase oder – mit dem schönen altdeutschen Wort gesprochen – als Erquickung. Auf neudeutsch auch „Powernap“.

Etwas dazwischen schieben in unser gewaltiges Tun, dass sich manchmal fast schon wie Gewalt gegen sich selbst anfühlt.

Stillsein.

Schiebt sich still zwischen das viele Tun und lädt dich ein, die Freude in dir auftauchen und aufsteigen zu lassen. Die Freude am Leben, am Miteinander, am Sein.