Schlagwörter

, , , , , , ,

Wenn ich an Weihnachten denke, dann taucht als erstes der Duft von Räucherkerzchen in mir auf, dann der Duft von mit Nelken gespickten Orangen und der Eingangschor vom Weihnachtsoratorium. Duft und Klang die meine Sinne von klein auf berührten und mich froh machen, bis heute.

Wir hatten sehr viel Verwandtschaft in der DDR, im November wurde groß eingekauft und dann wurden mit viel Liebe und Genauigkeit die Päckchen für „die drüben“ gepackt und verschickt. Abendlange Tätigkeit meiner Eltern. Im Laufe des Advents bekamen wir dann Päckchen von drüben mit Gaben aus dem Erzgebirge, selbstgebackene Stollen mit Orangeat und Nüssen welche wir vorher hingeschickt hatten, Schokolade die eher gräußlich schmeckte, eine kleine Pyramide oder eine sog. „Jahresendzeitfigur“ die seltsamer Weise aussah wie ein Engel oder ein Räuchermännchen welches unsere Sammlung erweiterte UND Crottendorfer Räucherkerzchen. Meistens gemischte Packungen mit roten und grünen und schwarzen.

Ich liebte den Duft von den schwarzen Räucherkerzchen, während die anderen Familienmitglieder eher die anderen bevorzugten. Was war es für mich ein Glück und eine Freude, wenn ein schwarzes kleines Hütchen seinen warmen weichen Duft verbreitete und mir ein tiefes Wohlgefühl schenkte.

Nach der Wende war dann Schluss mit Päckchen hin und her, der Warenaustausch der besonderen Art war nicht mehr vonnöten, eigentlich doch irgendwie schade. Denn über die Päckchen habe ich als Kind etwas gelernt über unterschiedliche Kulturen, über sich gegenseitig eine Freude machen und gelebte Anteilnahme und Liebe.

UND mein Vorrat an Räucherkerzchen (den ich meinen Eltern abschwatzte nachdem ich ausgezogen war) brauchte sich auf und kein Nachschub in Sicht. Bis ich auf dem Christkindlesmarkt in Nürnberg einen Erzgebirgestand entdeckte mit den Original Crottendorfer Räucherkerzchen. Alle anderen Produkte riechen nicht wirklich gut und kommen auf gar keinen Fall an „meine“ heran.

Jahrelang ist mein Vater für mich auf den Christkindlesmarkt gegangen um für mich ein paar Packungen zu besorgen, bis auch diese Freude irgendwann vorbei war, die Marke wurde nicht mehr angeboten.

Hurra – es lebe das Internet. Vor ein paar Jahren gab es bei Kaufhof in München plötzlich wieder Crottendorfer, doch nicht in meinem Duft. Die Verkäuferin meinte, dass die schwarzen – also Weihnachtlicher Weihrauch – immer als erstes weg seien….. und niemand käme auf die Idee mehr davon zu bestellen. Und sie gab mir den Tipp mit dem Internet!! Hätte ich doch selbst drauf kommen können, doch ich bin manchmal wirklich „old-fashioned“. Und tatsächlich, ich fand die Firma Crottendorfer, mein Lieblingsduft wird immer noch produziert und ist ganz einfach im online-Shop zu bestellen. Sie riechen immer noch so gut, rühren mich an und machen mich glücklich!

Warum schreibe ich jetzt diese lange Geschichte der Vergangenheit? Die Kurzform davon wäre: Finde heraus, was dich glücklich macht, was dich in deinem Herzen berührt, was dich entspannt, deine Freude verstärkt. Das kannst du alles in dir finden UND manchmal auch im Außen. Hauptsache GLÜCKLICH!

18.12.