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Wache um 5,30 Uhr von Vogelgezwitscher und plätschernden Regen auf. Schaue raus, wolkenverhangene Berge, graues Licht. Kuschel mich in meine Decke ein und will liegen bleiben. Während des Einkuschelns nehme ich wahr, dass dies irgendwie ein alter Reflex ist, eine altbekannte Gewohnheit, einfach nicht aufstehen obwohl ich hellwach bin. Fühlt sich nicht wirklich gut an.

„Mach mehr von dem was Dir Freude macht“ – da ist er der Impuls.

Was würde mir in diesem Moment Freude machen? Im Regen spazieren gehen!

Also anziehen und rüber an den See. Es riecht so gut nach Regen und Erde, ein kräftiger Wind umweht mich, lässt die Blätter rauschen. Pralles sattes Grün. Graue sich kräuselnde Wasseroberfläche. Langsames Gehen, immer wieder stehen bleiben, Augen schließen und ruhig atmen. Regentropfen im Gesicht. Ein kurzer Moment von Glücksgefühl.

Weitergehen. Kommt mir eine junge Frau joggend entgegen, ruft mir ein fröhliches „Guten Morgen“ zu und lacht.

Weitergehen. Springt mir eine Hündin lachend entgegen, sie zeigt mir ganz direkt ihre unbändige Freude mich zu sehen.

Weitergehen. Überholt mich ein Radlfahrer und ruft mir zu: „Guten Morgen schöne Frau!“

Wer weiß was noch alles geschehen wäre, wenn ich länger unterwegs gewesen wäre. Hatte nicht viel Zeit, mein Tagwerk wartete auf mich.

Was bin ich doch froh, dass ich aufgestanden und dem Impuls der Freude gefolgt bin. Ich wollte mehr Freude und habe überraschenderweise viel mehr davon geschenkt bekommen als ich mir gedacht hatte. Morgens um sechs.