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Letzte Woche habe ich spontan den Schreibtisch gegen einen Ausflug an den Starnberger See getauscht, die warme Luft und das Spätsommerlicht haben mich hinaus gelockt und ich wurde belOHnt mit Urlaubsfeeling. Strandbad, köstliches Essen, Blick über den See und sogar noch Schifferl fahren. Einfach schön. Sooo schön, dass ich beschloss, dasselbe noch einmal am Sonntag zu wiederholen. Morgens um 4.00 Uhr aufstehen, mit dem Zug um halb sechs nach Tutzing fahren, in der Dämmerung hinunter an den See laufen, die perfekten Sonnenaufgangfotos machen und in der morgendlichen Stille im See schwimmen, immerhin noch 20 Grad Wassertemperatur. Also wirklich – der Plan war gut! Bin auch wirklich um viertel vor vier aufgestanden, der Mond schien helle in der klaren Nacht, Kaffeechen getrunken, halbe Stunde zur S-Bahn gelaufen (fährt ja noch kein Bus zu so früher Sonntagsstunde), den Zug locker erreicht (voll mit Nachtschwärmern auf dem Weg nach Hause und ins Bett), gemütlich zum See spaziert durch das tief verschlafene Tutzing), sogar eine geöffnete Toilette am Wegesrand….. und dann – Nebel. Dicker Nebel über dem See! Treffe ein paar Hunde mit Frauchen sowie einige Stative ebenfalls mit Frauchen, die Segelboote schaukeln leise vor sich hin, alles so schön, doch einfach keine Sonne.

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Unruhe macht sich in mir breit – für was bitte stehe ich so bald auf um den perfekten Sonnenaufgang über dem See zu fotografieren – und dann Nebel. Im Nebel stochern…… Wandle von Bank zu Bank, lasse auf mich wirken was gerade geschieht. Ist doch oft so im Leben, wir haben eine Idee, einen Plan – und dann ist alles anders. Fühlen was das im Innen macht, leichte Enttäuschung, das Glücksgefühl bleibt aus. Wie an Weihnachten, wenn das Geschenk anders ist als gewünscht und erwartet….. Ah da ist es wieder, ein altes Gefühl, das gerade angetriggert ist. Mit einem Mal weiß ich auch, warum ich hier bin: Einfach nur ein altes Gefühl wahrnehmen, beobachten und loslassen. Was für ein Geschenk am Sonntag Morgen.

Kann mit einem Mal die Situation genießen so wie sie IST. Dann eben Nebelbilder….. schaut so aus, als ob der Geist Gottes über den Wasser schwebt….. Traue mich sogar ins Wasser und schwimme eine Runde, achte darauf mich nicht zu verschwimmen. Wie oft verschwimmen wir uns im Alltagsnebel, verlieren wir die Orientierung – wenn wir nicht ganz mit unserem inneren Navi verbunden sind.

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Lande dann irgendwann im Strandbad Feldafing, es erwartet mich ein köstliches Frühstück – und die Sonne. Wie gut dass ich meinem inneren Impuls gefolgt bin, den inneren Schweinehund überwunden habe und so viel mehr erleben und erfahren durfte – über meinen Plan hinaus.

http://www.strandbad-feldafing.de/index.php

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