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Holla – was war das denn für ein Tag? Einmal heftig durch die Mangel gedreht und am Ende des Tages sehe ich nun Licht am Horizont….. Freude, pure funkelnde Freude.

Morgens aufgewacht mit der Frage: „Wo will ich leben? Wie will ich leben?“ Diese Frage stelle ich mir schon seit 2012, bin der Spur gefolgt, bin der Freude gefolgt – ohne ein wirkliches Gefühl des Ankommens.

Morgenschreiben, beim Schreiben klärt sich vieles in mir. Dann raus zum Morgenspaziergang, stelle die Frage noch einmal laut hinaus ins Universum, damit habe ich ja schon Erfahrung….

Eine Joggerin überholt mich auf dem Rückweg, läuft leicht und beschwingt, fröhlich mit hüpfendem Pferdeschwanz… begegnen uns noch zweimal, winken uns lächelnd zu.

Interessante Antwort – ich frage nach einem Ort und dann überholt mich eine beschwingte fröhliche Joggerin….. naja, Universum du bist manchmal wirklich originell!

Wieder zurück, schreibe und schreibe. Schaue mir noch einmal die Aspekte meiner Lebenszahl an. Darin ist alles gesagt und es ist nun an der Zeit, dass endlich zu erlauben und zu leben. Die Schreiberin, die freie Schriftstellerin, die Künstlerin zu leben, die ich bin.

Anruf einer alleinerziehenden Mutter, die mich ab Januar buchen möchte, eigentlich sollte es schon im September losgehen. Mir ist vollkommen klar, dass die Zeit von Einzel- und Familienbegleitungen in der bisherigen Form vorbei ist. Als ob es mich nochmals prüfen wollte, ob ich wirklich bereit bin weiterzugehen. Tief durchatmen und auch Abschied nehmen von all dem, was bisher in meinem Leben war, was auch gut war und worin ich gut war. Ja – ich war in meiner Arbeit als Pädagogin und Erwachsenen-bildnerin richtig gut, innovativ, unerschrocken, prägend.

Erlaube mir mich anzuerkennen. Und zutiefst dankbar zu sein für alles, was ich erleben, erfahren und gestalten durfte. Spüre ganz deutlich, dass das Neue sich erst zeigen wird, wenn ich vorher das Bisherige in Freude und Frieden loslassen kann.

Naja – und dann geht es ziemlich schnell. Weile gerade in der Langau und mein Zimmer wird demnächst wieder gebraucht. Hatte hier unter dem Dachjuchhee eine gute Reifungszeit in der Stille, auch die Idee des Inklusiven Bildungswerk mit einem viel weiteren Verständnis konnte ich hier in Ruhe bebrüten. Inklusion als Lebens- und Erfahrungsweg in ein neues WIR. Doch wohin als nächstes…… manchmal verstehe ich nur noch Bahnhof oder Flughafen oder so …

Wo und wie will ich leben?

Nachmittags eine Session mit Gabriela, schon länger vereinbart und wie passend doch genau heute dieser Termin. Im Gespräch wird mir klar, dass all die Situationen und Erfahrungen nicht gegen mich gerichtet sind oder dass ich irgendwie falsch wäre…. NEIN, es sind einfach nur Prüfungen!! Will ich wirklich weiter den Weg der Freude gehen, will ich mich wirklich voll und ganz dem Schreiben widmen, meinem allertiefsten Herzenswunsch folgen…bin ich wirklich innerlich bereit?

JA ich will. Es rieselt mich rauf und runter, es stimmt also mit den Prüfungen, meiner Erlaubnis und Zustimmung.

Ok, dann braucht es jetzt einen Ort, einen Nistplatz, eine Schreibstube, ein Dach über dem Kopf, an dem ich meine Projekte ausbrüten kann. Einen liebevollen warmen Ort, an dem ich und all die Schreibprojekte gedeihen, auf und in die Welt kommen können.

Mit einem Mal fragt Gabriela, ob ich mir Hamburg vorstellen könnte, sie folgt ihrem inneren Impuls. Falle fast vom Stuhl, denn in mir geistert schon so lange Hamburg herum, schon so lange: Inklusion recherchieren (in Hamburg sind sie schon so viel weiter!), an der Elbe sitzen und Schiffe gucken, Susanne Niemeyer und Maike Winnemuth treffen, in die Elphi gehen, den Menschen beim Schnacken lauschen, Giovanni di Lorenzo von der ZEIT für eine Inklusionskolumne kontaktieren, meine Cousine treffen, die Nase in den Wind halten und so viel mehr.

Wo und wie will ich leben? Hamburg also, mit einem Mal ist es sowas von klar!

Bin berührt und Durcheinander, das ganze System in Aufruhr, die Angst fährt Achterbahn und mein Herz jubiliert. Immer wieder eine Runde ums Haus drehen, Frischluft, Bewegung. Bis es ruhiger wird, warme Freude breitet sich aus in mir.

Spüre so stark den Gegenwind und die Widerstände bei meinen Themen Freude und Inklusion, fühle mich geradezu dazwischen eingepfercht, in der Mitte das Schreiben, die freie Schriftstellerin. Freude – SCHREIBEN – Inklusion. So ein Druck auf meiner Herzgegend und ein enger Ring um meinen Brustkorb. Jetzt geht es darum, standhaft zu bleiben, ganz nah da dran UND mir zu erlauben, dass es mir in den Prozessen gut gehen darf und ich leicht hindurch flutsche. Ja Leben hier bin ich und ich bin da!

In der letzten Dämmerung nochmals raus, hinter den tiefen dunklen Wolken Licht, goldenes warmes Licht am Horizont, Licht am Ende des Tunnels.

So wie es mir die Psychologin vor über einem Jahr nach meiner Nahtoderfahrung gesagt hat: „Frau Schnick, Sie müssen Ihren Weg auf Ihre ganz eigene Weise gehen und irgendwann werden Sie Licht am Ende des Tunnels sehen!“ Das konnte ich heute ganz real am Horizont sehen, Licht am Ende des Tunnels.

Bin zutiefst berührt, spüre all das Wohlwollen und die unendliche Liebe des Lebens, des Universums oder wie auch immer ich oder Du das nennen magst.

Auf dem Rückweg fliegt vor mir im Dunklen und Kalten ein Schmetterling vorbei, Leichtigkeit, Tanz, von der Raupe zum Schmetterling, bestätigt mein Gefühl des goldenen Lichtes am Horizont. Und mit einem Mal fällt mir wieder die morgendliche Joggerin ein – Bewegung!! Bingo!! Setz dich in Bewegung! Leicht und fröhlich, mit hüpfendem Herzen!

Schwere Wackersteine fallen von mir ab, es wird licht und leichter. Summe das Lied „Von guten Mächten wunderbar geborgen“ vor mich hin… Verstehe mit einem Mal, warum ich gerne Sendungen im NDR sehe und so vieles mehr. Meine Seele ist schon lange bereit für die Reise, alles ist auf das wunderbarste und vortrefflichste vorbereitet. Es braucht nur mein freudiges und vertrauensvolles JA!

Das geht jetzt alles seinen Gang, wie auch immer, werde mein Netzwerk aktivieren, werde in Hamburg sein, womöglich mit Zwischenschritten….. Mein Nistplatz, meine Schreibstube, meine Herberge der Freude wird sich auftun, im wahrsten Sinne des Wortes werden sich Türen öffnen und alles andere wird sich finden. Da bin ich wirklich zuversichtlich…..

Ein Riesending, durch das ich da hindurch bin UND ich bin so etwas von dankbar für all die Unterstützung, die ich an diesem Tag erfahren durfte. Wie alles zusammenwirkt und sich fügt. Wie Gabriela heute sagte: „Jetzt geht es darum, dass wir zusammenhalten“

So empfinde ich es auch, wir halten zusammen. Wir die wir wissen was wir wollen, ein Leben im Miteinander, in Freude und Leichtigkeit, in Schönheit und Harmonie, Liebe und Freundschaft. Ein neues WIR halt.

Licht-am-Ende-des-Tunnels