Für mich ist jeder Tag Sonntag

Heute morgen in der Küche. Evi, meine Vermieterin stellte fest dass ich ein Kleid trage und wollte wissen, ob ich das tue weil Sonntag ist. Ehrlich gesagt, ich hatte grad nichts anderes im Schrank, alle anderen Oberteile waren noch auf der Wäscheleine. Ich fand diese Beobachtung interessant, weil ich mich schon lange nicht mehr danach richte, welcher Tag ist. Ich ziehe das an, was mir gefällt, worin ich mich wohlfühle, was meine Gestimmtheit unterstützt oder eben auch was noch gerade im Schrank hängt.

Was bedeutet eigentlich Sonntag für mich? Fühlt sich dieser Tag irgendwie anders an als die anderen Tage?

Auf jeden Fall war es heute Morgen beim Spazierengehen mit dem Hündchen sehr ruhig, andächtige Morgenstille in der Stadt. Ein paar Jogger unterwegs, ein paar Hunde-Gassi-Geherinnen, ein paar Fahrradfahrer mit Semmeltüten unterm Arm.

Und ich habe heute „frei“, sprich keine geschäftigen Termine. Ein Telefonat mit einem guten Freund am Vormittag und abends Kochen mit meiner Pflegetochter, die mir in den letzten Jahren zu einer Freundin geworden ist. Dazwischen Schreiben, Musik hören, Stricken, Teechen trinken.

Heute Morgen antwortete ich spontan: „Für mich ist jeder Tag Sonntag“. Und es stimmt wirklich, ich gehe jeden Tag wie einen Feiertag an. Freue mich dass es mich gibt, freue mich dass ich gesund bin, freue mich über die überreichen Geschenke des Lebens, freue mich über die wirklich tollen Menschen in meinem Leben. Da ist einfach Freude, Dankbarkeit, Berührtheit im Herzen.

Nicht jeden Tag gelingt es mir, den Tag als Feiertag zu gestalten, vergesse es manchmal im Laufe des Tages. Ist nicht schlimm. Auf die Bewusstheit und Achtsamkeit kommt es doch an. WIE stehe ich im Leben, wie stehe ich dem Leben und den Lieben gegenüber, wie ist meine Haltung zum Leben.

Im besten Falle gelingt es mir, die morgendliche Feiertagsstimmung den ganzen Tag über zu halten, dann merke ich schon selbst, wie ich vor mich hingrinse und mich nichts erschüttern kann. Einfach den ganzen Tag nur großes Wohlwollen und Warmherzigkeit. Das sind dann wirkliche Sonn-en-tage, egal ob es nun Sonntag oder Mittwoch ist.

Und auch die Werktage wollen im Grunde wie Feiertage gestaltet werden. Jedes Werk und Werkeln eine Feier des Lebens, eine feierliche Tat der Freude.

In welchem Rhythmus und Bewusstsein lebst du?

 

…es tanzt…

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Letztens war ich mal wieder bei Bea zu einer Session in ihrem neuen Kunstsalon. Sie – also Bea -besitzt die wunderbare Gabe, durch ihre künstlerischen Angebote das Innere im Außen sichtbar zu machen.

Erst mal kam gar nichts. Einfach nichts. Leere. Stille. War fast enttäuscht, nachdem ich schon die tollsten Sachen bei ihr und mit mir erlebt hatte.

Nichts.

Bis ich plötzlich Lust auf Farben verspürte. Lust auf ein sanftes Türkis. Es war einfach nur dieser Impuls da, bin ihm vertrauensvoll gefolgt.

Farbe, Wasser, Stempel.

Irgendwann sagte Bea dann so nebenbei: es tanzt…….

Gut beobachtet, sehr gut beobachtet. Da war sie wieder – die Lust auf Tanzen und Freude. Spielte einfach weiter mit den Farben und Texten und es zeigte sich immer tiefer, wo mein Weg nun weitergeht – nach diesem ereignisreichen Sommer, der mein ganzes Leben vollkommen auf den Kopf gestellt hat, wo nichts mehr so ist wie es mal war.

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Fühlte mich mit einem Mal wieder leicht. Habe das ES einfach tanzen lassen, aus mir tanzen lassen. Heiter und beschwingt.

Dann mit einem Mal der Impuls „Kretisches Labyrinth“. Vor vielen Jahren – im Rahmen der Meditationstanz-Ausbildung – haben wir uns sehr viel mit dem Symbol „Labyrinth“ beschäftigt. Der suchende Mensch auf der Hinwendung nach innen und zu sich selbst. Wir können immer wieder nur uns selbst finden. In uns. Viele Wendungen und Erfahrungen, Glücksmomente, Scheiterin, Lieben, Lachen, Weinen. Freude und Schmerz.

Bis wir erkennen, wahrhaftig erkennen, wer wir sind.

In meinem allertiefsten Inneren weiß ich, dass ich Freude und Liebe bin. Die meiste Zeit vergesse ich es, ist es mir nicht bewusst. Und dann gibt es eben so manche auch mal unangenehme Lernerfahrung.

Und dann ist da wieder ein Ankommen in der Freude, im Tanz, im großen Spiel des Lebens. Lasst uns doch tanzen und lachen und singen und hüpfen und spielen und lieben. Das ist es doch, was fast jede und jeder von uns möchte. Also – ich bin dabei!

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http://beatrixrautenberg.de/kurse/

 

…und nun?

Ein langer Sommer geht zu Ende, mein langer Münchner Sommer mit so vielen Wendungen, Ereignissen, Erlebnissen, Wundern…… und nun?

Habe inzwischen ein Zimmer bei einer älteren Dame bezogen, führe täglich das Hündchen aus, das Draußensein tut mir gut. Alles andere wird sich finden.

Mein Aushilfsjob bei Vollcorner ist beendet, ich habe diese Tätigkeit an der Kasse geliebt, diesen Umgang mit so vielen netten Kundinnen und Kunden. So viele Menschen, die bewusst in der Freude und Zuversicht leben.

Bin mir immer klarer darüber, dass ich in Gemeinschaft leben möchte, in einer liebevollen offenen Gemeinschaft. War letztens auf einer Tagung in Weimar zum Thema „Inklusiv wohnen und in Vielfalt und Gemeinschaft leben“. Einfach toll, wenn 100 Menschen aus der ganzen Republik zusammen kommen und sich über neue Formen von Leben in Gemeinschaft austauschen. Und ich fühle mich in meiner Idee bestätigt, dass es gut und schön ist in Gemeinschaft zu leben.

…und nun?

Bin einfach dankbar für alles was in diesem Jahr an wunderbarem geschehen ist, dankbar für die Menschen die an meiner Seite waren und sind. Wenn ich über diesen Sommer schreiben oder einen Film drehen würde, dann würde alle sagen „Was für eine schöne Geschichte, doch im wirklichen Leben gibt es das nicht“.

Oh doch, sehr wohl gibt es das! Und werde auch darüber schreiben.

Eine Freundin, deren Küche ich gerade als mein „Büro und Schreibzimmer“ nutzen darf, sagte heute zu mir: „Du bist so etwas wie eine Freudebringerin!“ Stimmt – so fühle ich mich auch oft.

…und nun?

Was mache ich daraus?

Immer dann wenn ich über diese Frage nachdenke, ist irgendwie nur Leere in meinem Kopf. Ich kann nichts daraus „machen“, weil ich es ja bin. Und auch sein will.

…und nun?

Freudebringerin. Egal wo und wie und mit wem. Bringe durch mein Sein Freude zu Menschen und Tieren, bringe sie zu ihnen und in ihr Leben.

Einfach so, von Moment zu Moment. Ohne etwas zu wollen, einfach sein.

Das gefällt mir!

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Gestern fragte mich Barbara, ob es mir eigentlich etwas ausmacht, das Umherziehen. Meine erste spontane Antwort: „Nein überhaupt nicht, es gefällt mir sogar!“

Interessanterweise hatte ich morgens genau darüber schon geschrieben. Es gefällt mir wirklich, immer wieder bei anderen Menschen zu leben, ihnen in meiner Präsenz und Freude zu begegnen und eine zeitlang das Leben miteinander zu teilen. Und einfach zu sehen und fühlen was sich daraus ergibt. An wirklich erstaunlichem ergibt. Wie sich Freundschaften wandeln und weiter entwickeln. Hin in die Freude und Liebe zum Leben und zu sich selbst.

37 – in der Numerologie ist diese meine Lebenszahl und steht für schöpferische Kreativität und Zuversicht, Ausdruck und Feingefühl, Vertrauen und Offenheit. Als ich mich Ende April nach München aufgemacht habe und wirklich keine Ahnung hatte, ob und wie es mit mir weitergeht, hätte ich mir beim besten Willen nicht vorstellen können, dass mein Leben wieder so bunt und schön sein kann, soviel Freude und Hingabe in mir sindund ich jeden Moment wirklich dankbar genieße. Selbst wenn es mal knirscht und nicht ganz rund läuft. Und auch wenn ich im Außen mein Quartier noch nicht gefunden habe, so habe ich doch mein Zimmer in mir wieder bezogen. Sozusagen meine innere Herberge der Freude.

Und so ziehe ich getrost voller Vertrauen und Zuversicht mit Koffer und Laptop weiter zur nächsten Station, wer weiß schon welchen Sinn das alles hat. Und wenn es nur der ist, ganz im Moment zu sein und der Freude einen weiten Raum zu geben.

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In München gibt es ein kleines Cafe namens Erika. Hatte mich irgendwie angesprochen, weil mein zweiter Vorname Erika ist, nach meiner Patentante.

War vor ein paar Wochen dort in der Senserstrasse, in dem sich zwei Fraeuen ihren Wunsch von einem Cafe erfüllt haben. Erinnert mich a bisserl an die beiden Frauen von der Kaffeewirtschaft in Ohlstadt. Gemeinsam ist ihnen die Freude an leckeren frischen selbstgemachten Produkten, äußerst wohlschmeckend und liebevoll zubereitet.

In besagtem Cafe Erika fand diese Woche eine Lesung mit Anika Landsteiner statt, sie stellte ihren Debütroman vor „Mein italienischer Vater“.

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Einfach nur schön! Eine junge Frau, die gerne reist und darüber auf ihrem Blog http://www.anidenkt.de schreibt. Aus ihren Reisen und ihrer schon immer vorhandenen Freude am Schreiben ist zuerst ein Sachbuch und nun ihr Debütroman entstanden.

Souverän wirkt sie auf mich, klug, offen, ehrlich.

Erzählt vom Prozess des Schreibens und wie die Protagonistin und die Figuren entstanden sind, wie sie ein Eigenleben aus ihr heraus entwickelt haben. Obwohl es eine ausgedachte Geschichte ist, liebt sie ihre Protagonistin und Figuren.

Ich lausche ihrer kraftvollen klaren Stimme und kann mich beim Zuhören hineinversetzen in das Gefühlsleben ihrer Figuren und auf jeden Fall will ich dieses Buch lesen – im Winter. So wie ihr Roman im Winter in Italien spielt, zu einer Jahreszeit in der der Süden so ganz anders ist als der Sommer. Dieses Winterfeeling kenne ich von meinen Winterreisen nach Griechenland……

Lasse mich von Anika’s Schreibfreude anstecken und an meinem eigenen Roman weiterschreiben, egal was sonst so los ist im Leben. Manchmal kommt mir mein Leben selbst ja wie ein Roman vor, hihihi…..

Für alle die gerne auf innere und äußere Reisen gehen – mümmelt euch auf dem Sofa ein und lest und erlebt und freut euch einfach über dieses manchmal seltsame und doch so wunderbare Ding von Leben.

https://www.facebook.com/search/str/ani+denkt./keywords_search

https://lauraseiler.com/170-podcast-wie-du-deine-kreativitaet-fuer-eine-tiefere-selbsterkenntnis-nutzen-kannst/

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Sommer ade.

Einmal musste es noch in diesem Sommer sein – Schwimmen in meinem geliebten See. Im Schatten liegen und durch die Bäume den Himmel betrachten und mein Herz weit öffnen. Wärme -Freude – Wohlbefinden.

Hinausschwimmen, staunen über 22 Grad Wassertemperatur. Bin so glücklich wie ein Fisch im Wasser eben nur glücklich sein kann.

Mache es wie Frederik: Sammel Sonnenstrahlen, Wärme, Plätschern, Kiefernduft, Wespengesumms, das Lachen spielender Kinder.

Nehme alles in meinem Herzen mit in den Herbst, dehne die Freude in mir aus. Ganz egal was und wie es ist.

Sommer ade.

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Vor zwei Tagen hat mich eine Freundin dazu verführt, mit ihr im Wörthsee zu baden, Mitte September. Ich habe den Wörthsee abgespeichert unter klares blaugrünes Wasser, saukalt und menschenübervoller Strand.

Voriges Jahr hatte ich das Seehaus Raabe am Wörthsee entdeckt, ein wundervolles Plätzchen unter der Woche, ruhig zum Schreiben und Sinnieren und über den See schauen, in der Ferne die Spitzen der Allgäuer Alpen. Habe besagter Freundin mal davon erzählt und sie hat in diesem Sommer den Wörthsee für sich entdeckt, war oft dort, alleine oder mit Freundinnen und kennt sich dort inzwischen besser aus als ich. Und wenn sie mir davon erzählt, strahlt sie übers ganze Gesicht, alles in und an ihr ist  Leuchten und Freude.

Vorgestern also am frühen Nachmittag an den Wörthsee. Geht von ihr aus richtig schnell, ich kannte die Strecke ja nur von Uffing aus.

Viele Autos, viele Menschen. Doch sie kennt sich ja aus, weiß wo es nicht so trubelig ist und so landen wir im Strandbad Fleischmann, sogar eintrittsfrei.

Kann es kaum glauben, die reinste Sommer-Strand-Idylle. Die Menschen lagern in der Sonne oder im Schatten unter Bäumen, die Segelboote dümpeln leicht vor sich hin – und viele mutige Schwimmerinnen und Schwimmer.

Meine Freundin ist auch gleich drin im Wasser, ich zögere noch. Habe keine Lust zum Umziehen und dann das kalte Wasser, echt nicht. Doch ich schwimme halt sooo gern und seit dem Umzug in die Stadt und die neuen Entwicklungen der letzten Monate bin ich trotz dieses famosen Sommers kaum zum Schwimmen im See gekommen. Also überwinde ich mich, klettere die Leiter hinunter und überlasse mich den kühlen Fluten. Die überhaupt gar nie nicht kühl sind. Erfrischendes blaugrünes Wasser umspült mich, trägt meinen Körper und sofort ist diese kindliche Freude am Schwimmen und Bewegen im Wasser wieder da. Einfach nur schwimmen und freuen und genießen.

Danach faul in der Sonne liegen, ratschen, die Wärme auf der Haut spüren. Und sogar nochmal ins Wasser gehen. In mir denkt es vor sich hin: wie ich mich selbst von der Freude abhalte, also dem Glücksgefühl von Freude weil ich bestimmte Vorstellungen, Erfahrungen und Erwartungen habe. Muss echt über mich selbst lachen.

Wir sind dann doch noch auf der Terrasse vom Seehaus Rabe gelandet. Ein vorbei ziehendes Gewitter und ein paar Regentropfen bescherten uns einen freien Tisch, obwohl alles ausreserviert war. Köstliches Essen und ein traumhaft schöner Sonnenuntergang. Und das am 18. September an einem oberbayerisch kühlen See.

Mach mich jetzt los, fahr nochmal zu Kurtis an den Staffelsee, dieses einmalig schöne karibische Strandbad. Im Schatten der Bäume sitzen, über den See blicken, schreiben und natürlich eine Runde Schwimmen!

Mach einfach auch was dir wirklich Freude macht und freue dich das es dich gibt!

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Heute aufgewacht mit dem Satz   „Ein Lächeln im Ohr“. Hmm was soll ich denn damit anfangen?

Runde Morgenspaziergang und Meditation.

Da fällt es mir wieder ein. Ein Lächeln im Ohr.

Was will mir dieser Impuls in den Tag hinein sagen? Stelle es mir ganz konkret vor, wie ein Lächeln in meinem Ohr sitzt. Im rechten oder im linken? Spiele damit. Lausche.

Draußen rauscht der morgendliche Berufsverkehr vorbei. Im Hof die Müllmänner und ein Laubsauger. Echt nervig.  Ein Lächeln im Ohr.

Und während ich so vor mich hin lausche, bemerke ich dass dieses Lächeln im Ohr die Geräusche von außen verändert. Normalerweise machen mich aufgedrehte Motorräder und Laubsauger aggressiv. Und ohne dass ich es wirklich bemerke verändert sich meine Stimmung und damit die Struktur der Zellen. Sie tanzen weniger vor Freude.

Das Lächeln im Ohr wirkt wie eine Wandlerin. Sitzt im Ohr und beobachtet was da so alles von draußen herein kommt. Betrachtet es wohlwollend und liebevoll. Wie eine Mutter ihre spielenden Kinder in Gummistiefeln am Nordseestrand,

Das Lächeln, das Wohlwollen, die stille Freude wandelt jeden unangenehmen Lärm, jeden Aufschrei im Außen, jede politische Erregtheit, jedes ungute Wort in Liebe.

Ohne dass ich etwas dafür tun muss, es geschieht einfach.

Ich stelle mir vor, dass das Lächeln von Mona Lisa nicht in einem Museum an der Wand hängt, sondern in jedem menschlichen Ohr sitzt und lächelnd, wohlwollend, liebevoll den ganzen Lärm wandelt. Transformiert.

Und während ich dies schreibe wird mein eigenes Lächeln immer breiter, so breit, dass meine Mundwinkel fast meine Ohren erreichen und in sie hineinschlüpfen. Als ob die Freude die Öhrchen kitzelt.

Dann können die Ohren sehen, dass hinter dem ganzen lauten Gedöns einfach nur Menschen sind, die gesehen und gehört werden wollen. Wohlwollend – mit einem Lächeln – kann ich es mit den Ohren sehen.

Und so gehe ich nun hörend in diesen Tag und wünsche mir, dass inmitten all meines eigenen Lärms im Innen und Außen mir zwischendurch immer mal wieder das Lächeln im Ohr einfällt und ich vertrauen kann, dass jedes Lächeln wandelt.

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Gestern Nachmittag, wir denken und sprechen die Dinge rauf und runter, drehen uns im Kreis. Und wie kommen wir da jetzt raus aus dem Gedankenkarussell?

In dem wir raus gehn! Ganz wörtlich.

Also nichts wie Schuhe an, Jacke über und eben mal zwei Stationen mit der U-Bahn Richtung Innenstadt fahren, irgendwie zieht es mich in den Hofgarten. Mitten im Zentrum.

Es sind ein paar Minuten zu gehen von der U-Bahn-Station bis zum Hofgarten und im Gehen werde ich ruhiger, wird es in mir ruhiger, beruhigt sich das Gedankenkarussell. Einfach nur durch das Gehen.

Ich liebe den Hofgarten mit seinen vier Brunnen, den vielen schattigen Bänken, den Boulespielern UND dem Dianatempel in der Mitte, dort stehend seit über 400 Jahren.

Gestern wehte leise Geigenmusik durch den Garten, erfreute die Wandlerinnen und Spaziergänger aus aller Welt….. und da stand er also, ein netter Herr mit seiner Geige, die er zart und hingebungsvoll spielte. Selbst ein Stück von Paganini, dem „Teufelsgeiger“, spielte er ungewöhnlich sanft und mit Gefühl. Selten hat mich ein Geigenkonzert sooo berührt. Einfach hinsetzen, die Augen schließen und lauschen.      Und mit einem Mal ist sie wieder da, die Freude in mir, verlieren die kreisenden Gedanken ihre Macht, lösen sich auf im Klang der sanften Töne, die durch die Bogenöffnungen hinausfließen…

Ach – was für eine stille Freude im Innen und im Außen…

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